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H.I.L.F.E

Leitfaden


Fledertiere

(in Deutschland leben circa 25 Fledermausarten)

diese sind alle streng geschützt




  1. Zurückführung junger gesunder Fledermäuse mittels Babydom/ Kuschelturm Bild Sie benötigen: eine Waschwanne, PET Flasche, 40°C warmes Wasser, fusselfreie Socke

    Vorbereitung: Die Ränder der Waschwanne sollte nur so hoch sein, dass die PET Flasche gut sichtbar ist und darin bodeneben stehen kann. Füllen Sie die PET Flasche mit dem 40°C warmen Wasser, verschließen Sie die Flasche und ziehen Sie die fusselfreie Socker darüber. Somit ist sichergestellt, dass das Jungtier warm und somit aktiv bleibt und nach der Mutter rufen kann. 20 Minuten vor dem Ansetzen des Jungtieres auf die Flasche geben Sie ihm noch einmal einen Tropfen zu trinken. (nur an den seitlichen Rand des Fledermausmundes, nicht von vorn, da sonst Erstickungsgefahr droht)

    Die Wanne muss sicher vor Fressfeinden wie Mardern, Katzen etc. aufgestellt werden. Die Mutter muss die Flasche frei anfliegen können, um ihr Jungtier abholen zu können.

    Beobachtung: Bitte beobachten Sie, dass das Abholen aus weiter Entfernung und ohne Lichtquellen, lauten Geräusche und ohne viel Bewegungen beobachtet werden sollte. Alles andere könnte das Muttertier stören und die Rückführung verhindern.

    Ist das Jungtier nach circa 2 Stunden nicht abgeholt, setzen Sie das Jungtier wieder zurück in die Box und versuchen es am nächsten Morgen eine Stunde vor Sonnenaufgang erneut, bis zum Sonnenaufgang. Wird das Jungtier nicht abgeholt, transportieren Sie es bitte zu einer spezialisierten Pflegestelle.


  2. Hier finden Sie Informationen über den Schutzstatus von Fledermäusen Bild Alle Fledermäuse stehen in Deutschland nicht nur unter besonderem Schutz, sondern sind zusätzlich streng geschützt. Das bedeutet für Sie als Finder einer hilfebedürftigen Fledermaus, dass die Entnahme des Tieres aus der freien Wildbahn der zuständigen Behörde gemeldet werden muss.

  3. Risko einer Tollwut Infektion durch Fledermäuse Bild Hin und wieder werden bei Fledermäusen in Deutschland Tollwutviren festgestellt. Hier kann ein Nord- Süd Gefälle festgestellt werden (es gibt mehr positive Tiere im Norden als im Süden) ABER: Der oft verbreitete Mythos, dass der Mensch durch eine mit Tollwut infizierten Fledermaus angegriffen wird, weil diese durch das Virus aggresiv wurde, STIMMT NICHT! Hilfebedürftige Fledermäuse beißen nur zum Zwecke der Abwehr. Das heißt, dass man im direkten Umgang mit den Fledertieren bissfeste Handschuhe tragen sollte, da das Insektenfressergebiss der Fledermaus durchaus für Verletzungen sorgen und es somit theoretisch zur Übertragung des Tollwutvirus mittels Speichel kommen kann. Von Kot geht jedoch keine Gefahr aus. Für Hausbesitzer mit einem Fledermausquartieren im eigenen Haus, beispeilsweise im Dachstuhl, existiert keine erhöhte Gefahr der Ansteckung.

  4. einige Fledermausarten sind in Deutschland vom Aussterben bedroht Bild
      Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum)
      Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros)
      Langfußfledermaus (Myotis capaccinii)
      Viele weitere Fledermausarten sind stark gefährdet oder gefährdet.
      Sie wollen helfen? Dann bauen Sie den kleinen Flugkünstlern doch ein Quartier! Dazu weitere Informationen unter Umweltpädagogik - Bauanleitungen Wildsäugetiere

  5. Vorsicht bei "Lost places" Fotografie! Bild Immer wieder kommt es zu folgenschweren Störungen von Wildtieren durch illegale Partys, Erkundungstouren oder Fototouren in sogenannten "Lost places". Wildtiere benötigen gerade im Winter ruhige Rückzugsorte um z.B. Winterschlaf zu halten, so auch die heimischen Fledermäuse. Hierbei werden die Körperfunktionen auf ein Minimum heruntergefahren um die kalte Jahreszeit möglicht wenig Energie zu verbrauchen und erst mit steigenden Temperaturen und Nahrungsangebot im Frühjahr zu erwachen. Werden die Tiere während des Winterschlafes gestört, erwachen die Tiere zu früh und verbrauchen dabei möglicherweise so viel Energie, dass sie, ohne die Möglichkeit erneut Fettreserven durch Nahrung anlegen zu können, versterben. Auch viele Amphibien und Schmetterlinge sind von den Störungen betroffen.
    Bitte daher unbedingt solche Orte meiden und Rücksicht auf unsere Wildtiere nehmen! Auch aus rechtlicher Sicht ist die Störung der Wildtiere nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten und kann bestraft werden!
    BNatSchG §39 Absatz (6) "Es ist verboten, Höhlen, Stollen, Erdkeller oder ähnliche Räume, die als Winterquartier von Fledermäusen dienen, in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. März aufzusuchen; dies gilt nicht zur Durchführung unaufschiebbarer und nur geringfügig störender Handlungen sowie für touristisch erschlossene oder stark genutzte Bereiche."

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Fledermäuse